Tinnitus – Therapie durch Neurostimulation 1

Im Forschungszentrum Jülich hat man eine neue Therapie gegen chronischen Tinnitus entwickelt.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Peter Tass entwickelte einen Stimulationsalgorithmus, der nach dem Prinzip des »koordinierten Zurücksetzens« (Coordinated Reset, CR) arbeitet: Die überaktiven, hochsynchron arbeitenden Nervenzellverbände werden durch individuell angepasste, unregelmäßige Reize in ein »gesundes Chaos« gestürzt.

Auf diese Weise sollen sie wieder dazu gebracht werden, gezielt — einzeln und nacheinander — ihre Signale abzufeuern. Voraussetzung für diese Behandlung ist, dass die Patienten unter einem tonalen Ohrgeräusch zwischen 200 und 10 000 Hertz leiden. Der Jülicher Tinnitus-Neurostimulator T30CR beschallt dann die Patienten über einen Kopfhörer in einer gerade noch hörbaren Lautstärke mit genau berechneten Frequenzen ober- und unterhalb des Tinnitustons.

Erste Ergebnisse von Tests aus dem Jahr 2010 an 63 Probanden deuten daraufhin, dass die Methode funktioniert. Der störende Ton erschien den Patienten im Anschluss an die Behandlung nicht nur leiser, sondern auch tiefer, was die Betroffenen als deutlich angenehmer empfanden.

(ZDFinfo praxis kompakt 23.06.2011)

siehe auch:
Mit Lieblingsmusik gegen Tinnitus (3sat nano 25.11.2016)

Tinnitus – Therapie durch Neurostimulation 2

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1056345